Kategorie: Chorographie

Friedrich Adolf Diesterweg über die Niederbergischen

Diese Leute sind breitschultrige, zum Theil sehr geneigte, dabei aber mitunter massive, derbe, im Zorne gefährliche Menschen. Den Gehorsam gegen die Obrigkeit kennen sie kaum; sie bestehen auf ihrem eigenen Willen und remonstriren ewig. Zehntausend Bewohner des Niederbergischen sind schwerer zu regieren als hunderttausend Einwohner des ehemaligen Herzogtums Kleve.

zitiert nach: Gorißen [u.a.], Geschichte des Bergischen Landes. Bis zum Ende des alten Herzogtums 1806, Bielefeld 2014, S. 19 f.

Friedrich Adolf Diesterweg war 1818-1820 zweiter Rektor der Lateinschule in Elberfeld.

Erich Philipp Ploennies über die Bergischen

„Die Einwohner darinnen sind mehrenteils fleißige leute und gar Viel darunter zur handlung geneigt, daher nahrhafft ihr Stück brodt zu gewinnen, such suchen auswerts Vielfaltig mit fremden landen zu Correspondieren, umb, wan sich eine gelegenheit zeigen mögte, etwas zu gewinnen… Sonsten sind sie spizz, scharf und nachdenkendt von Verstandt, und können öffters dinge, die sie nicht gelernt, andern nachmachen. Ob sie aber auch friedliebendt, kan man am besten auf der Canzley erfahren.

Erich Philipp Ploennies, „Topographia Ducatus Montani“, 1715.

Mein Mann, der liebt Wuppertal, und ich versteh‘ das auch, weil es so wahnsinnig ungeschminkt ist, so Eins-zu-Eins. Wir leben doch in unser Branche immer mit diesen ganzen Simulationen und Bildern und da tut das dann nach Drehschluss wirklich gut zu ganz normalen Leuten zu gehen, die das auch überhaupt nicht weiter interessiert, womit wir unser Geld verdienen.“

Ann-Kathrin Kramer im WDR 2 Montalk über Wuppertal:

Am 8. März 2015 war Harald Krassnitzer zu Gast im WDR 2 Paternoster. Dabei wurde er auch gefragt:

Sie leben jetzt schon eine geraume Zeit auch den Großteil des Jahres in Deutschland, bei Ihrer Frau in Wuppertal. Fühlen Sie sich jetzt eigentlich schon als Wuppertaler?“

Hier Harald Krassnitzers schön formulierte Antwort:

Nein, als Österreicher tut man sich da ja immer schwer, sich als etwas zu fühlen, was nicht innerhalb der Grenzen dieses Zwergstaates liegt, aber nichtsdestotrotz fühle ich mich da sehr wohl und sehr zu Hause und ich würde durchaus sagen, dass das meine neue Heimat geworden ist. Es ist einfach eine ganz lustige, schräge und ich würde fast sagen eine fantastische Stadt. Irgendwie wie ein Rohdiamant liegt sie da, völlig unbeobachtet, hat aber viele kleine Geheimnisse, man kann unglaublich viel entdecken und hat was sehr lebenswertes.“

Ein französischer Adliger, der nach der französischen Revolution emigrierte und dann nach Elberfeld kam, weil ihm Düsseldorf zu unsicher geworden war, da die Franzosen das linke Rheinufer 1794 besetzten, schrieb in seinem sog. Neunten Brief:

Elberfeld muß damals [Anm.: bei Erhalt der Stadtrechte 1610] unstreitig Mauern und Thore gehabt haben; denn viele unter den noch jezt lebenden Bürgern, haben selbst noch ein Thor unter dem Namen Morianspforte gekennt, welche vor ohngefähr fünf und zwanzig Jahren erst ganz abgebrochen ist. […] Ein anderes Thor, die Feldpforte genennt, stand in der Gegend des Merkerbachs, und eine Straße ab demselben Wasser führt noch jezt den Namen, auf dem Walle.“

entnommen aus: Jürgen Reulecke, Bergische Miniaturen. Geschichte und Erfahrungen, hrsg. von Stephen Pielhoff, Essen 2010.

Ein französischer Emigrant in Elberfeld

1792/1793 schrieb ein französischer Emigrant:

„Vom Wielerhäuschen (diesen Namen führen einige Wirtshäuser und Bauernwohnungen) bis Elberfels, geht der Weg durch einen Wald, und sobals man aus diesem, den letzten Berg hinunterkommt, so erblickt man die Stadt in einem Thale, an und durch welches der so wohltätige Wupperstrom (eigentlich Wipper) hinfließt. Wer vorher die Menge der Häuser und die drei Kirchtürme nicht bemrkt hat, der glaubt in ein prächjtiges Dorf zu kommen. Denn die Stadt hat weder Mauern noch Thore. […]
Elberfeld, wo ich mich nun schon geraume Zeit aufgehalten habe, ist eine Stadt von ohngefähr 1100 Häusern, zwischen Bergen versenkt und größtentheils sehr gut bebauet. Sie scheint durch den beständigen Zug von Luft, den die Berge verursachen, ziemlich gesund zu seyn, und ist der Mittelpunkt der Fabriken und Manufakturen der beiden Herzogthümer Berg und Jülich.“

entnommen aus: Jürgen Reulecke, Bergische Miniaturen. Geschichte und Erfahrungen, hrsg. von Stephen Pielhoff, Essen 2010.

Heinrich Böll über Wuppertal

„Lange Zeit habe ich geglaubt, Wuppertal bestehe nur aus Bahnhöfen, aneinandergereiht, um die Lokführer nicht übermütig werden zu lassen, sie das Bremsen, Anfahren, Bremsen zu lehren.“

Heinrich Böll

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