1805

Das Haus Bonaparte

Im Vertrag von Schönbrunn überlässt Bayern das Herzogtum Berg dem französischen Kaiserreich. Die staatliche Gemäldesammlung ist schon längst aus Düsseldorf abtransportiert worden. 1

1806

Das Haus Bonaparte

Am 15. März 1806 überträgt der französische Kaiser Napoléon Bonaparte seinem Schwiegersohn die Herzogtümer Kleve und Berg. Joachim Murat, verheiratet mit Napoléons Schwester Caroline, war ein General Napoléons. Das Gebiet wurde aber, im Gegensatz zu Jülich 1794, nicht zu französischem Territorium. Hauptstadt war Düsseldorf. 2

Am 24. März zieht Murat in Düsseldorf ein und nun erfährt auch die Bevölkerung, was mit dem Land in den letzten Monaten passiert ist. 3

Am 24. April wird das Herzogtum Berg in die Bezirke Elberfeld, Mülheim am Rhein und Siegburg und Düsseldorf gegliedert. 4

Am 30. April verfügt Napoléon, dass keine Baumwollstoffe und Kleinmetallwaren nach Frankreich eingeführt werden dürfen. Da die französische Grenze am Rhein liegt, wir die Wirtschaft des Bergischen schwer getroffen, vor allem, nachdem ab 1807 auch Italien für Bergische Waren geschlossen ist. 5

Am 12. Juli scheidet das Bergische Land zusammen mit 15 weiteren Staaten aus dem Heiligen Römischen Reich aus und gründen den Rheinbund. Dadurch erhält das Herzogtum durch die Rheinbundakte die Unterherrschaften Hardenberg und Broich, die Enklave Limburg-Styrum, die Herrschaft Gimborn -Neustadt, die Grafschaft Homburg, die Stadt Deutz, Amt und Stadt Königswinter und das Amt Vilich hinzu. Im Süden wuchs das Herzogtum außerdem um die Fürstentümer Siegen, Dillenburg, und Hadamar, die Herrschaften Wildenburg, Westerbrug und Schadeck. Im Norden kamen die Grafschaften Horstmar, Bentheim, und Steinfurt und weitere Besitzungen hinzu, die nicht direkt an das Staatsgebiet anschlossen. 6

Elberfeld

Am 15. April besucht Joachim Murat Elberfeld. In der Varresbeck wird er von einer berittenen grünen Ehrengarde empfangen. Auf einem Triumphbogen in der Stadt steht „La ville d’Elberfeld à son Souverain“ und „Il rendra heureux son peuple“. Vor der katholischen Kirche spendet der Pfarrer Weihrauch und 28 junge Mädchen aus der Erziehungsanstalt Teichmüller treten in weißen Gewändern vor und überreichen ein „atlaßnes“ Kissen mit Lorbeer- und Eichenkranz. Die Handwerker defilieren an ihm vorbei und am Neumarkt sind 24 Buden aufgestellt, die eine Ausstellung aller Fabrikate der Stadt enthalten. Murat stellt fest: „L’industrie dans mon petit pays es semblable à celle d’Angleterre!“ 7

Bildnis Joachim Murats von François Gérard (1801). Quelle: Wikimedia Commons.
barmen

Barmen hat 14.500 Einwohner*innen. 8 Am 6. und 7. April besucht Murat Barmen, einen Ball und verschiedene Fabriken. 9

Nach 500 Jahren Zugehörigkeit zum Amt Barmen gehört der Ort seit dem 3. August 1806 zum Arrondissement Elberfeld. 10

Elberfeld

Das Bergische Deutsche Theater aus Düsseldorf eröffnet am 30. Mai 11 in Elberfeld an der Hofaue eine zweite Spielstätte. In Elberfeld hatte das Theater einen schweren Stand im 18. Jahrhundert, denn es galt als „Götzentempel“ mit einem schädlichen Einfluss auf den Gewerbefleiß, das physische und sittliche Wohl der Volksklasse. 12 Am 23. März hatten Elberfelder Kaufleute und Fabrikanten versucht, durch eine Eingabe an die Regierung in Düsseldorf die Errichtung des Hauses zu verhindern. 1811 wurde es in ein Gefängnis umgewandelt. 13

Elberfeld hat 18.000 Einwohner*innen. 14

Cronenberg

Cronenberg hat 2000 Einwohner*innen und wird zur Mairie erhoben. 15 Erster Bürgermeister: Johann Abraham von den Steinen. 16

Ronsdorf

Ronsdorf hat ca. 2.000 Einwohner*innen und wird zur Mairie erhoben. 17

Vohwinkel

Vohwinkel wird der Marie Sonnborn zugeordnet. 18

Beyenburg

Die wertvolle Bibliothek des Klosters Beyenberg wird aufgelöst – 280 Handschriften werden der Landesbibliothek in Düsseldorf überwiesen, der Rest verbrannt. 19 Das Amt Beyenburg, das seit dem Mittelalter bestanden hatte, wird am 3. August 1806 aufgelöst. 20

1807

Das Haus Bonaparte

Ab Juni müssen sich alle Männer, die 1782 oder später geboren sind in Konskriptionslisten eintragen. Per Losentscheid wurden 5.000 Mann zur Armee eingezogen. 1808 sind es durch die Gebietserweiterung 9.000 Mann. Reiche konnten sich durch die Stellung eines Ersatzmannes freikaufen. 21

Am 13. Oktober wird die französische Munizipalverfassung im Großherzogtum Berg eingeführt. Die Kommunalverwaltung war nun staatlich und bestand aus einem Direktor, Beigeordneten und einem Munizipalrat als beratendes Gremium. 22

Barmen

Durch die Einführung der Munizipalverfassung wird Barmen formal zu einer Stadt. 23

La Commune de Barmen y compris des districts de Gemarke, Wupperfeld, Rittershausen, Wichlinghausen et adjacents.

Aus dem Ernennungsdekret des ersten Barmer Stadtrats. 24

1808

Das Haus Bonaparte

21. Januar: Im Rahmen des Pariser Vertrags erhält das Herzogtum das Fürstentum Münster, die Grafschaften Mark, Dortmund, Tecklenburg und Lingen, die Reichsgrafschaft Limburg und die Herrschaft Rheda. Das Staatsgebiet umfasst nun 17.300 km². Es ist mehr als doppelt so groß wie 1806. 25

15. Juli: Nachdem Joachim Murat zum König von Neapel ernannt wurde und abgereist war, übernimmt Napoléon Bonaparte höchstselbst die Herrschaft über das Großherzogtum Berg. Nebenbei ist der noch Kaiser von Frankreich und König von Italien. 26

Am 12. Dezember wird die Leibeigenschaft aufgelöst. 27

18. Dezember: Das Großherzogtum Berg wird ohne Rücksicht auf historische Verwaltungsgrenzen neugestaltet. Es entstehen vier Departements, zwölf Arrondissements, 78 Kantonen und 288 Mairien. 28

Vohwinkel

14. November: Ein Dekret verortet Vohwinkel in der Marie Sonnborn, im Kanton Elberfeld im Arrondissement Elberfeld des Rhein-Departements. 29

Barmen
Die Ernennung der Barmer Munizipal-Veraltung. Quelle: Festschrift Wuppertal, Wuppertal 1969

Am 3. Februar 1808 werden die Verwaltungsfunktionäre und die Munizipalräte von Provinzialrat Theremin vereidigt und die erste Sitzung der Stadtrates findet statt. 30 Erster Stadtdirektor ist Carl Bredt. 31

Cronenberg

Cronenberg wird zur selbstständigen Commune erhoben. „Directeur“ wird Abraham von den Steinen. 32

1809

Das Haus Bonaparte

Am 11. Januar wird die Lehnsherrschaft aufgehoben. 33

Am 3. März überträgt Napoléon seinem vier Jahre alten Neffen Napoleon Ludwig das Großherzogtum, bleibt aber selbst Regent. 34

Bergische Soldaten kämpfen als Teil der napoléonischen Armeen in Spanien. 35

Im Bergischen Land herrscht nun Gewerbefreiheit. 36

Elberfeld

Die Kirchhof (Friedhof) der reformierten Gemeinde wird der Stadt für einen Kaufpreis von 4.400 Reichstalern abgetreten. Der 1 Morgen, 130 Ruthen und 70 Fuß große Kirchhof wird zum „neuen Markt.“ 37

Die große Mehrzahl der Einwohner des Arrondissements Elberfeld befindet sich in einer äußerst jämmerlichen Verfassung. Dieser Zustand der Degeneration ist wohl auf die Gewohnheit in dieser Gegend zurückzuführen, daß man zu früh die Kinder in den Fabriken arbeiten läßt. In großer Zahl in den Werkstätten zusammengepfercht, an eine sitzende Beschäftigung gefesselt, die sie zwingt, lange Zeit in gekrümmter Haltung zu verharren, kann sich ihr Körper nicht ausreichend entwickeln.“

Friedrich Perthes. 38

1810

Barmen und Elberfeld liegen im Wuppertal auf einer Linie und sind deshalb eigentlich gar nicht mehr voneinander getrennt. Beide Städte rücken in dem Maße, in dem die Bebauung in der einen oder anderen fortschreitet, mehr und mehr zusammen, denn für Neubauten gibt es nur noch an der Landstraße, die sie einst trennte, Platz.

Diese als Landstraße eingestufte Chaussee befindet sich in äußerst schlechtem Zustand und muß im Winter ganz unpassierbar sein.

Comte Jacques-Claude Beugnot, Kaiserlicher Kommisar im Großherzogtum Berg, 30. Mai 1810 39
Die um 1810 entstandene, gouachierte Umrissradierung „Elberfeld von Osten“ stellt die Stadt aus dem Blick von der Flussbiegung an der Kluse, von Barmen kommend, dar. Quelle: (C) Sammlung Bergischer Geschichtsverein e.V. & unknown author ; Licence: CC BY-NC

Es war schon spät, als wir Elberfeld erreichten, doch das war keineswegs zu unserem Nachteil. Der gesamte Zauber einer feenhaften Welt vereinigte sich hier, unseren Tag im wonnevollsten Sinnenrausch zu beschließen. Der herrlichste Mondschein lag drei Wegstunden lang auf unserer Strecke, und dennoch wanderten wir munter auf einer der besten Chausseen. Welch vielfältiges Schauspiel umgibt mich! Bald ist es die Begegnung mit Lastfuhrwerken, deren wiehernden Pferden man die Kraft ihrer Rasse und ihre gute Pflege ansieht, bald ist es ein Zu von Schubkarren oder eine Schar von Frauen, die singend ihre großen Körbe tragen. Hier höre ich den Amboß unter dem schweren Eisenhammer klingen, dessen Rhythmus gleichzeitig den Takt für tausend kleine im Gleichklang pochende Hämmer anzugeben scheint; dort ist es das Klopfen von Stößeln, das dumpfe Surren des Schleifsteins, welches das Klingen der Glöckchen, das Rasseln der Räderwerke und das Summen der Spinnräder begleitet, und weiter das Murmeln der Bäche, das Rauschen von Wasserfällen, dass ich unter das Kreischen der Achsen, der Sägen, der Feilen und besonders der Polierfeilen mischt. Bald ist es die Ebenmäßigkeit von vor Sauberkeit strahlenden Häusern, von gepflegten, Duft ausströmenden Gärten, von zierlichen, aber festen Brücken, von befestigten Wehren, die den Wasserlauf anhalten oder umleiten, von Fußsteigen, die die Fußgänger gegen den Übermut der Fuhrleute schützen. Bald sind es große in einiger Entfernung brennende Feuer, deren züngelnde Flammen sowohl die Gipfel der Berge als auch zu Wolken sich ballende Rauchkugeln vergolden.

MICHAEL SOKOLNICKI, OKTOBER 1810. [NOTE]ZITIERT NACH: … UND REGES LEBEN IST ÜBERALL SICHTBAR!. REISEN IM BERIGISCHEN LAND UM 1800, BERGISCHE FORSCHUNGEN 15, NEUSTADT AN DER AISCH 1978.[/NOTE]
Das Haus Bonaparte

Der Code civil wird zu Jahresbeginn eingeführt. 40

Barmen und Elberfeld

Am 7. Februar wird das Privileg der Garnnahrung aufgelöst. 41

Cronenberg

Die Franzosen heben in Cronenberg Soldaten für ihre Kriege aus. 42

Elberfeld und Cronenberg

Mit dem Ausbau der Strecke Elberfeld-Kohlfurther Brücke wird der seit 1796 dauernde Bau der Straße von Elberfeld über Cronenberg nach Solingen abgeschlossen. 43

Diese Stadt [Barmen] ist in noch besserem baulichen Zustand als Elberfeld. Die Häuser der Fabrikanten bilden fast durchweg regelmäßige Vierecke, die in der Aufsicht zur Straße hin drei Stockwerke mit jeweils sieben oder neun Fenstern aufweisen, auf der ersten Etage einen vorspringenden Balkon, und eine gewundene oder durch einen Absatz unterbrochene acht- bis zehnstufige Treppe, über die man von der Straße zum Erdgeschoß gelangt. Fast alle sind mit Giebeln oder mit Halbsäulen geschmückt, und das Äußere wird in so bemerkenswerte sauberem Ansehen erhalten, daß man immer wird glauben wollen, es handle ich hier um eine erst vor drei Monaten erbaute Stadt. Diese Herrenhäuser stehen wie in Elberfeld einzeln inmitten mehr oder weniger großer und immer mit Geschmack angelegter Gärten.

Comte Jacques-Claude Beugnot, Kaiserlicher Kommissar im Großherzogtum Berg, 30. Mai 1810 44

1811

Das Haus Bonaparte

Durch Grenzverschiebungen und Übertragungen verliert das Großherzogtum ein fünftel seines Gebietes. Durch neue Zollbestimmungen verschlechtert sich die Lage der Bergischen Kleineisenindustrie erheblich. Die Bevölkerung verarmt, viele wandern nach Sachsen, Böhmen und Mähren aus. Von 57.600 Beschäftigten im Jahr 1807 sind 1811 nur noch 38.681 übrig. Barmer und Elberfelder werben für die Angliederung des Bergischen an den französischen Staat. Die Franzosen sind aber gegen die wirtschaftliche Konkurrenz und können mit den Zöllen besser leben als die Bergischen. 45

Am 3. November zieht Napoléon in Düsseldorf ein und besucht das Großherzogtum. 46

Elberfeld

Der Organist Johannes Schornstein gründet einen Chor, die „Singschule. 47

Barmen

In den Jahren bis 1813 wird die Chaussee zwischen Rittershausen und Elberfeld angelegt. Da die Barmer eine breite, mit Bäumen bestandene Straße wünschen, eine Allee, müssen sie zusätzlich zu den staatlichen Mitteln noch eine Sammlung duchführen. 48

1812

„Französische Bergische Soldaten-Gattungen im Jahr 1812 nach Rusland maschirten.“ Peter Schulten, Fabrikmaler (-zeichner) in Elberfeld. Quelle: (C) Sammlung Bergischer Geschichtsverein e.V. & Maximilian Berkel ; Licence: CC BY-NC
Das Haus Bonaparte

Mit 25.000 bergischen Infanteristen zieht die Grande Armée nach Russland und geht in den Weiten der russischen Landschaft und im russischen Winter unter. 300 kehren zurück. 49

Ronsdorf

Ronsdorf wird am 12. Februar zum Kantonsort und Sitze des Friedensgerichts, auch für Remscheid (bis 1842) und Cronenberg (bis 1821). 1879 wird der Friedensgerichtsbezirk aufgehoben.50

1813

„Tranport Krancken und Verwundeten Franzosen vom Lazareth (Comödienhaus Hofaue) im Frühjahr 1813 von Elberfeld nach dem Lazareth Bensberg.“ Peter Schulten, Fabrikmaler (-zeichner) in Elberfeld. Quelle: (C) Sammlung Bergischer Geschichtsverein e.V. & Maximilian Berkel ; Licence: CC BY-NC
Ronsdorf

Am 22. Januar kommt es vor der lutherischen Kirche in Ronsdorf zu tumultartigen Ausschreitungen, als der Elberfelder Präfekt Schleicher aus den Konskriptionslisten für Remscheid und Cronenberg neue Soldaten für die französische Grande Armée bestimmen will. Scheiben und Bänke der Kirche werden zerstört, das Haus des Maire beschädigt. Die Ziehung wird trotzdem durchgeführt. Als sich diese Ereignisse am nächsten Tag in Solingen wiederholen, entstehen im Herzogtum Berg Aufstände der sog. „Knüppelrussen“ oder „Speckrussen“. Die Unruhen dauern zwei Wochen. 51

Am 11. November treffen die ersten Kosaken in Ronsdorf ein. 52

Das Haus Bonaparte

Am 5. November wird das Großherzogtum Berg von den anti-napoléonischen Truppen besetzt. Die französischen Amtsträger fliehen nach Westen, während die einheimischen im Großherzogtum bleiben, das ab Ende dem 25. November 1813 als Generalgouvernement Berg firmiert, verwaltet von Justus Gruner. 53

Abzug der letzten Franzosen in Elberfeld Sontags Morgens den 7. November 1813 vom Neuen Mark. das 96. Infanterie Regmt. u das 4. grüne Husaren Regement mit den anderen Gattungen Soldaten um Elberfeld zogen zusammen ab.“ Peter Schulten, Fabrikmaler (-zeichner) in Elberfeld. Quelle: (C) Sammlung Bergischer Geschichtsverein e.V. & Maximilian Berkel ; Licence: CC BY-NC
Im alten Wülfingschen Haus (unten) übernachtet Jerome Bonaparte auf der Flucht nach Frankreich. Quelle: Slg. Kirschbaum
Barmen

Am 28. Januar greifen junge Barmer, die von den Franzosen zum Kriegsdienst eingezogen werden sollen, zu Knüppeln und ziehen durch die Straßen. Sie verwüsten Tabak- und Salzdepots und lagern auf dem Alten Markt. Am 30. Januar ziehen sie nach Elberfeld, wo das Militär den Tumult auflöst. 54

Elberfeld

Am 3. Februar wird in Folge des sog. Knüppelrussen-Aufstands einer der Anführer (Peter Mertens) 55 auf dem Neumarkt von französischen Truppen standrechtlich erschossen. 56

„Im Jahr 1813 wurde Merten Todt geschossen welcher bei den sogenanten Knüppel-Russen war in Elberfeld auf dem Neuen Mark. von den Französischen Niederländischen Cohorten (2 Aufgebot) die hier durch maschirten.“ Peter Schulten, Fabrikmaler (-zeichner) in Elberfeld. Quelle: (C) Sammlung Bergischer Geschichtsverein e.V. & Maximilian Berkel ; Licence: CC BY-NC

Am 1. November macht Jérome Bonaparte, der jüngste Bruder Napoleons und bis dahin König von Westfalen, Station im Wülfingschen Haus am Hofkamp. Er entlässt seine Begleitung und flieht über Köln nach Frankreich. 57

Am 9. November erreichen nach der Völkerschlacht bei Leipzig die ersten Russischen Kosaken Elberfeld und werden jubelnd empfangen. Die Franzosen sind aus dem Bergischen abgezogen. 58

Ankunft der 3 ersten Cosaken am 9. November 1813 am alten Rathaus in Elberfeld. Quelle: (C) Sammlung Bergischer Geschichtsverein e.V. & Maximilian Berkel ; Licence: CC BY-NC
Cronenberg

Am 13. November rücken 30 russische Dragoner in Cronenberg ein. 59

Im gleichen Jahr wird die erste Apotheke im Ort gegründet. 60

1813

„Preusische-Bergische Soldaten-Gattungen die im Jahr 1813 nach Mainz und nach Franckreich maschirten.“ Peter Schulten, Fabrikmaler (-zeichner) in Elberfeld. Quelle: (C) Sammlung Bergischer Geschichtsverein e.V. & Maximilian Berkel ; Licence: CC BY-NC
Das Haus Hohenzollern

Am 5. November wird das Großherzogtum Berg von den anti-napoléonischen Truppen besetzt. Die französischen Amtsträger fliehen nach Westen, während die einheimischen im Großherzogtum bleiben, das ab Ende dem 25. November 1813 als Generalgouvernement Berg firmiert, verwaltet von Justus Gruner. 61

1814

Barmen

Am 9. Mai werden die französischen Titel Maire, Adjunkt und Munizipalrat abgeschafft und durch Bürgermeister, Beigeordneter und Stadtrat ersetzt. Neuer Bürgermeister wird Dr. Brüninighausen. Er amtiert bis 1831. 62

Langerfeld

Im Mai bestaunen die Langerfeld die Berliner Siegesgöttin mitsamt ihrer Quadriga auf ihrem Rückweg zum Brandenburger Tor. 63

Elberfeld

Der Elberfelder Frauenverein wird gegründet. 64

Französische Kriegsgefangene im Jahr 1814 von Hagen kommend in Elberfeld am alten Rathaus auf dem Marsche nach ihrer Heimat. Quelle: (C) Sammlung Bergischer Geschichtsverein e.V. & Maximilian Berkel ; Licence: CC BY-NC